Disaster Recovery

Disaster Recovery für Unternehmen

Disaster Recovery beschreibt den geplanten Wiederanlauf von Systemen und Daten nach einem Totalausfall – Serverbrand, Hardwaredefekt oder erfolgreichem Verschlüsselungsangriff. Ein Backup allein beantwortet noch nicht, in welcher Reihenfolge und wie schnell der Betrieb wieder läuft.

Bei einem Ausfall zählen zwei Strecken: Was seit der letzten Sicherung dazugekommen ist – und wie lange es dauert, bis wieder gearbeitet werden kann. Beide lassen sich verkürzen, aber nicht auf null. Schematische Darstellung ohne konkrete Zeiten. Schematische Darstellung eines Ausfalls auf einer Zeitachse: Zwischen der letzten Sicherung und dem Ausfall liegt der mögliche Datenverlust, zwischen dem Ausfall und dem Wiederanlauf der Stillstand. Während des Stillstands läuft die Wiederherstellung.

Was ist Disaster Recovery und wie unterscheidet es sich vom Backup?

Disaster Recovery ist der geplante Ablauf, mit dem ein Unternehmen nach einem schwerwiegenden IT-Ausfall Systeme und Daten in einer festgelegten Reihenfolge wieder in Betrieb nimmt. Das Backup liefert dafür die gesicherten Daten – der Disaster-Recovery-Plan legt zusätzlich fest, welche Systeme zuerst wiederhergestellt werden, wer welche Schritte übernimmt und wie lange der Ausfall und ein möglicher Datenverlust maximal tragbar sind. Ohne diesen Plan bleibt auch mit vorhandenem Backup unklar, wie ein Wiederanlauf im Ernstfall tatsächlich abläuft.

Zwei zentrale Kennzahlen

RTO und RPO: Wie lange darf es dauern, wie viel darf verloren gehen?

Zwei Begriffe stehen im Zentrum jeder Disaster-Recovery-Planung.

RTO – Recovery Time Objective. Die Frage dahinter: Wie lange darf ein System nach einem Ausfall maximal stillstehen, bevor der Schaden für das Unternehmen zu groß wird? Für ein zentrales Auftragssystem sieht die Antwort anders aus als für einen selten genutzten internen Dienst.

RPO – Recovery Point Objective. Die Frage dahinter: Wie viel Datenverlust – gemessen in Zeit seit der letzten Sicherung – ist im Ernstfall noch tragbar? Ein RPO von wenigen Stunden verlangt häufigere Sicherungen als ein RPO von einem Tag.

Beide Werte lassen sich nicht pauschal festlegen. Sie hängen davon ab, wie kritisch ein System für den laufenden Geschäftsbetrieb ist, und werden gemeinsam mit dem Unternehmen für die jeweiligen Systeme bestimmt – nicht als allgemeine Zusage von außen vorgegeben.

Im Ernstfall

Wiederanlauf folgt einer festgelegten Reihenfolge.

Nicht jedes System wird gleichzeitig wiederhergestellt. Ein Plan legt vorab fest, was zuerst laufen muss, damit der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden kann.

  1. Lage feststellen

    Welche Systeme sind betroffen, welche laufen noch, wie groß ist der Schaden.

  2. Kernsysteme priorisieren

    Systeme, ohne die der Betrieb komplett stillsteht, werden zuerst wiederhergestellt.

  3. Infrastruktur wiederherstellen

    Netzwerk, Server und Grundfunktionen werden in der festgelegten Reihenfolge zurückgespielt.

  4. Anwendungen und Daten zurückspielen

    Fachanwendungen und die zugehörigen Daten werden aus dem Backup wiederhergestellt.

  5. Funktion prüfen

    Vor der Freigabe wird kontrolliert, ob Systeme tatsächlich korrekt arbeiten, nicht nur „online" sind.

  6. Nachbereitung

    Ursache und Ablauf werden dokumentiert – Grundlage, um den Plan für den nächsten Ernstfall zu verbessern.

Papier statt Kopfwissen

Ein Notfallplan, der nicht von einer Person abhängt.

Ein Disaster-Recovery-Plan gehört dokumentiert – schriftlich, außerhalb der eigenen IT-Systeme erreichbar, verständlich auch für jemanden, der die Umgebung nicht seit Jahren kennt. Ist der Plan nur im Kopf einer einzelnen Person vorhanden, fällt er im Ernstfall aus, wenn genau diese Person nicht erreichbar ist – im Urlaub, im Krankenstand, oder weil der Ausfall genau ihren Zugang betrifft.

Ebenso wichtig: Ein Plan, der nie geübt wurde, funktioniert im Ernstfall selten wie am Papier vorgesehen. Eine regelmäßige Übung zeigt, wo Schritte fehlen, wo eine Abhängigkeit übersehen wurde oder wo die tatsächlich benötigte Zeit von der Annahme abweicht.

  • Schriftlich dokumentiert

    Abläufe, Zuständigkeiten und Kontakte sind nachlesbar, nicht nur bekannt.

  • Mehrere Zuständige

    Der Plan funktioniert auch, wenn eine einzelne Person nicht verfügbar ist.

  • Regelmäßig geübt

    Eine Übung zeigt Lücken auf, bevor sie im echten Ernstfall auffallen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Disaster Recovery.

Was bedeuten RTO und RPO in einfachen Worten?

RTO beschreibt, wie lange ein System nach einem Ausfall maximal stillstehen darf. RPO beschreibt, wie viel Datenverlust seit der letzten Sicherung noch tragbar ist. Beide Werte werden je System und Unternehmen festgelegt, nicht pauschal vorgegeben.

Reicht ein gutes Backup nicht auch ohne Disaster-Recovery-Plan?

Ein Backup liefert die Daten zurück, beantwortet aber nicht, in welcher Reihenfolge Systeme wiederhergestellt werden, wer welchen Schritt übernimmt oder wie lange der gesamte Wiederanlauf realistisch dauert. Diese Fragen beantwortet der Disaster-Recovery-Plan.

Wie lange dauert ein Wiederanlauf nach einem Totalausfall?

Das lässt sich nicht allgemein beziffern – es hängt von Umfang und Komplexität der betroffenen Systeme, der Art des Ausfalls und dem vereinbarten RTO ab. Konkrete Zeitrahmen werden je Unternehmen und System festgelegt und schriftlich festgehalten.

Warum muss ein Notfallplan geübt werden?

Weil sich erst bei einer tatsächlichen Übung zeigt, ob die geplanten Schritte funktionieren, ob Zuständigkeiten klar sind und ob die angenommene Zeit realistisch ist. Ein nie geübter Plan enthält häufig Lücken, die erst im echten Ernstfall auffallen.

Was passiert, wenn nur eine Person den Notfallplan kennt?

Dann funktioniert der Plan im Ernstfall nur, wenn genau diese Person erreichbar ist. Ein schriftlich dokumentierter Plan mit mehreren Zuständigen ist deutlich verlässlicher.

Welche Systeme werden bei einem Wiederanlauf zuerst hergestellt?

Zuerst jene Systeme, ohne die der Geschäftsbetrieb vollständig stillsteht – häufig Netzwerk, zentrale Server und geschäftskritische Anwendungen. Die konkrete Reihenfolge wird vorab gemeinsam mit dem Unternehmen festgelegt.

Gilt Disaster Recovery nur für große Unternehmen?

Nein. Auch kleinere Unternehmen sind von einem Totalausfall betroffen – oft stärker, weil weniger Reserven vorhanden sind. Der Umfang des Plans richtet sich nach der Größe und Kritikalität der Systeme, nicht nach der Unternehmensgröße allein.

Notfallplan besprechen

Gibt es für Ihre kritischen Systeme einen geübten Wiederanlaufplan?

Im Erstgespräch legen wir gemeinsam fest, welche Systeme geschäftskritisch sind, und entwickeln daraus einen realistischen Disaster-Recovery-Plan.

Netzware · Wien · Österreich

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