Standortvernetzung

Standort­vernetzung für Unternehmen

Sobald ein Unternehmen mehr als einen Standort hat, stellt sich die Frage, wie Filialen sicher auf gemeinsame Systeme zugreifen. Netzware verbindet Standorte über VPN, plant Bandbreite und Ausfallverhalten und sorgt für ein einheitliches Sicherheitsniveau an jedem Ort.

Zwei Standorte und der Arbeitsplatz zu Hause greifen auf dieselben Daten zu – über verschlüsselte Verbindungen zur Zentrale, in der die Server stehen. Ein Homeoffice-Zugang funktioniert dabei wie ein sehr kleiner Standort. Schematische Darstellung. Schematische Darstellung einer Standortvernetzung: eine Zentrale mit Serverschrank, ein zweiter Standort und ein Homeoffice-Arbeitsplatz, verbunden über verschlüsselte Verbindungen.

Was bedeutet Standort­vernetzung?

Standortvernetzung bezeichnet die technische Verbindung mehrerer Unternehmensstandorte zu einem gemeinsamen, sicheren Netzwerk. Üblich ist dafür eine VPN-Verbindung – ein verschlüsselter Tunnel über bestehende Internetleitungen –, über den Standorte auf zentrale Server, Anwendungen oder Cloud-Dienste zugreifen, als wären sie im selben Haus. Wesentliche Planungsgrößen sind dabei die verfügbare Bandbreite, die Latenz zwischen den Standorten und das Verhalten bei Ausfall einer einzelnen Leitung.

Technik

VPN zwischen Standorten

Ein Site-to-Site-VPN verbindet zwei oder mehr Netzwerke über einen verschlüsselten Tunnel, der über die vorhandenen Internetanschlüsse der Standorte läuft. Anders als bei einer einzelnen VPN-Verbindung für Homeoffice steht diese Verbindung dauerhaft, nicht nur bei Bedarf, und verbindet ganze Netzwerke statt einzelner Geräte.

Damit lassen sich zentrale Server, Fachanwendungen oder eine gemeinsame Telefonanlage standortübergreifend nutzen, ohne dass jeder Standort eine eigene, vollständige Infrastruktur benötigt. Die Firewall an jedem Standort regelt dabei, welcher Datenverkehr über den Tunnel zugelassen ist – Details dazu unter Firewall.

  • Site-to-Site-VPN

    Verschlüsselte Verbindung zwischen ganzen Netzwerken.

  • Zentrale Systeme

    Server und Anwendungen müssen nicht an jedem Standort dupliziert werden.

  • Firewall je Standort

    Regelt, welcher Zugriff über den Tunnel erlaubt ist.

Serverstandort

Zentrale oder verteilte Server?

Wo Server stehen, wenn mehrere Standorte vernetzt sind, hängt von Bandbreite und Anforderungen der Anwendungen ab.

Zentraler Server

Ein Server steht an einem Standort oder im Rechenzentrum und wird von allen Standorten über die Vernetzung genutzt.

  • Weniger Hardware und Wartungsaufwand insgesamt
  • Einheitlicher Datenbestand ohne Abgleich zwischen Standorten
  • Abhängig von einer stabilen Verbindung zwischen den Standorten
  • Bandbreite und Latenz der Anbindung werden zum begrenzenden Faktor

Sinnvoll, wenn die Verbindung zwischen den Standorten stabil und ausreichend dimensioniert ist.

Verteilte Server

Jeder Standort betreibt eigene, lokale Systeme, die über die Vernetzung nur ergänzend Daten austauschen.

  • Lokale Anwendungen bleiben auch bei gestörter Verbindung nutzbar
  • Mehr Hardware und mehr Wartungsaufwand über mehrere Standorte verteilt
  • Datenabgleich zwischen Standorten muss eigens organisiert werden
  • Geeignet, wenn einzelne Standorte auch unabhängig funktionieren müssen

Sinnvoll, wenn ein Standort auch bei Ausfall der Verbindung eigenständig arbeiten muss.

Häufig ist eine Kombination sinnvoll: zentrale Systeme im Rechenzentrum, lokal gebundene Anwendungen am jeweiligen Standort. Siehe auch Server & Hosting.

Planungsgrößen

Bandbreite, Latenz und der Ausfall einer Leitung

Bandbreite bestimmt, wie viele Daten gleichzeitig zwischen Standorten übertragen werden können. Latenz beschreibt die Zeitverzögerung einer einzelnen Übertragung – bei manchen Anwendungen, etwa Telefonie oder Zugriff auf Fachprogramme in Echtzeit, spürbarer als bei reiner Dateiübertragung. Beide Größen müssen zur tatsächlichen Nutzung passen, bevor eine Standortvernetzung eingerichtet wird.

Genauso wichtig ist die Frage, was passiert, wenn eine Leitung ausfällt. Ohne Rückfallebene bedeutet ein gestörter Internetanschluss an einem Standort auch den Verlust der Verbindung zu zentralen Systemen. Je nach Anforderung wird deshalb eine zweite, unabhängige Anbindung oder ein definiertes Verhalten für diesen Fall festgelegt.

Einheitliches Niveau

Ein Sicherheitsniveau an jedem Standort

Eine Standortvernetzung ist nur so sicher wie ihr schwächster Punkt.

Gleiche Regeln überall

Firewall-Regeln, Updates und Zugriffssteuerung folgen an jedem Standort demselben Standard, statt lokal unterschiedlich gehandhabt zu werden.

Homeoffice als kleiner Standort

Ein einzelner Arbeitsplatz im Homeoffice lässt sich technisch wie ein kleiner, eigener Standort behandeln – mit denselben Grundsätzen für Zugriff und Absicherung.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Standort­vernetzung

Wie werden mehrere Unternehmensstandorte technisch verbunden?

Üblicherweise über ein Site-to-Site-VPN – einen verschlüsselten Tunnel zwischen den Netzwerken der Standorte, der über die bestehenden Internetanschlüsse läuft. Die Standorte greifen darüber auf gemeinsame Server und Anwendungen zu, ohne dass jeder Standort eine eigene vollständige Infrastruktur braucht.

Welche Bandbreite braucht eine Standortvernetzung?

Das hängt von den genutzten Anwendungen ab. Reine Dateiübertragung braucht weniger Bandbreite als der Zugriff auf zentrale Fachprogramme oder Telefonie in Echtzeit. Die passende Dimensionierung wird anhand der tatsächlichen Nutzung geplant, nicht pauschal festgelegt.

Was passiert, wenn die Internetleitung an einem Standort ausfällt?

Ohne Rückfallebene ist der Standort in diesem Fall von zentralen Systemen getrennt. Je nach Anforderung lässt sich eine zweite, unabhängige Anbindung einrichten oder ein definiertes Verhalten für den Ausfall festlegen, etwa lokal weiterlaufende Anwendungen.

Sollten Server zentral oder an jedem Standort stehen?

Ein zentraler Server spart Wartungsaufwand und sorgt für einen einheitlichen Datenbestand, hängt aber von einer stabilen Verbindung ab. Verteilte Server an jedem Standort bleiben auch bei einer gestörten Verbindung nutzbar, bedeuten aber mehr Hardware und Abstimmungsaufwand. Details dazu in der Gegenüberstellung weiter oben auf dieser Seite.

Zählt ein einzelner Homeoffice-Arbeitsplatz als eigener Standort?

Technisch lässt sich ein Homeoffice-Arbeitsplatz wie ein kleiner, eigener Standort behandeln, mit denselben Grundsätzen für Zugriff und Absicherung wie an einem Firmenstandort. Das verhindert, dass Homeoffice zur ungeregelten Ausnahme im sonst einheitlichen Sicherheitskonzept wird.

Muss an jedem Standort dieselbe Firewall-Konfiguration gelten?

Die konkreten Geräte können sich unterscheiden, das Sicherheitsniveau sollte aber überall vergleichbar sein. Unterschiedlich strenge Regeln an einzelnen Standorten schaffen sonst einen schwächeren Punkt, über den sich ein Sicherheitsvorfall auf die gesamte Vernetzung ausbreiten kann.

Lässt sich der Ist-Zustand mehrerer Standorte vorab prüfen?

Ja. Ein IT-Audit nimmt Netzwerk, Sicherheit und Server je Standort auf und zeigt, wo eine geplante Standortvernetzung ansetzen sollte, bevor Bandbreite und Ausfallverhalten festgelegt werden.

Standortvernetzung

Mehrere Standorte, ein sicheres Netzwerk?

Wir sehen uns Ihre Standorte, Anbindung und Anwendungen an und sagen Ihnen, welche Vernetzung dazu passt.

Netzware · Wien · Österreich

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